Liebe Freundinnen und Freunde von OpenSourceSeeds,
Saatgut wird auch in der EU mehr und mehr mit Patenten belegt. Zum Glück lehnen viele Verbraucherinnen und Verbraucher hierzulande gentechnisch veränderte Sorten ab. Doch da sich Gentechnik schlecht verkauft, versuchen Konzerne verstärkt auch Saatgut aus konventioneller Züchtung zu patentieren. Eine Praxis, die das europäische Patentübereinkommen eigentlich verbietet.
Eine Veröffentlichung der Initiative "Keine Patente auf Saatgut" zeigt nun, wie die Grenzen hier verschwimmen. In den letzten 10-15 Jahren sind über 1600 Patentanträge für Saatgut ohne gentechnische Veränderungen eingegangen. Rund 220 davon wurden stattgegeben. Eine bittere Bilanz, denn der Zugang zu diesem Saatgut ist stark beschränkt. Unsere Antwort auf diese Entwicklung bleibt: Saatgut muss als Gemeingut geschützt werden!
Mit unserem Newsletter bringen wir Euch heute auf den neuesten Stand unserer Arbeit. Ihr wisst nicht mehr genau, wie das mit der Open-Source Lizenz für Saatgut funktioniert? Kein Problem, denn unser neues Video erklärt es Euch in unter zwei Minuten. Lest außerdem mehr dazu, wie OpenSourceSeeds die Sortenvermarktung ankurbelt, wie wir uns beim Thema Züchtungsfinanzierung einsetzen und was es aus den Bereichen Internationales, Forschung und Öffentlichkeitsarbeit Neues gibt. Für aktuelle Veranstaltungshinweise siehe unten.
Herzliche Grüße,
das Team von OpenSourceSeeds
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Klick auf das Bild um zum Video und der neuen Website zu gelangen.
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1m 42s OpenSourceSeeds
Dieses Erklärvideo war das beste von acht tollen Videos, die von Studierenden der Kölner Ecosign Akademie für nachhaltiges Design produziert wurden. Wir danken der Gestalterin Johanna Strotmann und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit. Im Zuge der Veröffentlichung hat auch unsere Website einen frischen Anstrich bekommen. Schaut doch einmal vorbei.
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Sortenvermarktung ankurbeln
Open-Source Sorten stehen für den Wunsch nach einer nachhaltigen und vielfältigen Landwirtschaft und den Protest gegen Saatgut-Monopole. Das macht sie so erfolgreich bei Verbraucherinnen und Verbrauchern. Kein Wunder also, dass sich Saatgut und Jungpflanzen der Open-Source Tomaten Sunviva, Vivagrande und Vivaroma auch in diesem Jahr gut verkauften.
Und wir haben ein weiteres Experiment gewagt: Das Open-Source Brot. Es basiert auf dem Open-Source Weizen Convento C und soll Bewusstsein und Verbindung schaffen, vom Pflanzenzüchter bis zum Verbraucher. Der Weizen ist bereits auf den Feldern und das Brot wird noch in diesem Herbst in verschiedenen Berliner Bäckereien zu kaufen sein. Hier könnt ihr mehr erfahren.
Ihr züchtet selbst? Wir freuen uns über alle, die die Open-Source Lizenz für eine neue Sorten ausprobieren möchten. So ist sie langfristig als Gemeingut geschützt - und wir unterstützen Euch bei der Einführung in den Markt.
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Wer zahlt für das Saatgut?
Das ist die Frage der eigentumsfreien Pflanzenzüchtung. Um Antworten zu finden brachten wir „neue“ Leute zusammen: Bei einem Workshop in Frankfurt trafen sich Saatgut- und Commons-Expertinnen und Experten zum gemeinsamen Querdenken. Das war vielfältig, herausfordernd, spannend, lehrreich - und wirklich vielversprechend! Wir arbeiten daran, die Ergebnisse aufzubereiten und zu veröffentlichen.
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Internationales Netzwerk
Zurzeit entsteht ein internationales Netzwerk von Saatgut-NGO mit dem Namen GOSSI (Global Open-Source Seed Initiative). Ziel ist ein frei zugänglicher Saatgutsektor unter Anwendung des Open-Source Prinzips. Für April 2020 ist ein Netzwerk-Treffen in Deutschland geplant. Es wird gemeinsam von OpenSourceSeeds-Agrecol und Hivos ausgerichtet. Das Treffen soll dazu dienen, den Austausch von Erfahrungen zu verstärken und gemeinsame Projekte zu entwickeln.
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Potentiale erforschen
Mit der Nutzung unserer Lizenz für Saatgut betreten wir Neuland. Zurzeit betreuen wir Forschungs-Projekte zu folgenden Themen:
- Heterogene Populationssorten wie Convento C bringen Vielfalt auf den Acker. Doch wie lassen sich diese beschreiben? (Masterarbeit),
- Es fehlt an Finanzierungskonzepten für die Pflanzenzüchtung abseits von geistigen Eigentumsrechten. Welche Optionen gibt es? (Finanzierungs-Workshop & Masterarbeit),
- Open-Source Strategien für Saatgut entwickeln sich weltweit und schaffen verschiedene Commons. Wie sind diese kompatibel und kombinierbar? (Rechtsgutachten).
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Ein Gemeingut braucht Gemeinschaft
Unter diesem Motto haben wir unsere Öffentlichkeitsarbeit vertieft. Auf Saatgut-Festivals in Gießen und Braunschweig sowie auf dem Pflanzenmarkt im Hessenpark konnten wir die Open-Source Idee nah an den Menschen bringen. Wir freuen uns außerdem auf die zukünftige Zusammenarbeit mit neuen Partnerinnen und Partnern. Dazu gehören das Global Seed Network, eine US-Amerikanischen online Saatgut-Tauschbörse, sowie das hierzulande stetig wachsende SoLaWi Netzwerk.
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Veranstaltungshinweise
| Neu-Anspach |
Ab. 30. Juni 2019, Gärtnerei im Hessenpark
Im Rahmen der Dauerausstellung "Gartenbau und Blumenbinden" werden Open-Source Sorten ausgestellt
| Witzenhausen |
7. Juli 2019, 14:00 - 15:30 Uhr, Tropengewächshaus
Vortrag von Anja Banzhaf und Vorstellung OpenSourceSeeds
| Freiburg |
20. Juli 2019, 10:00 Uhr, Agrikultur Festival
Open-Source Saatgut - Vortrag von Sophie Steigerwald
| Dresden |
28. September 2019, Umundu-Festival
Podiumsdiskussion auf dem Symposium "Alles Pflanze - Wege in die neue Wachstumsgesellschaft"
| Marburg |
28. Oktober 2019, 20 Uhr, TTZ
Buchvorstellung "Frei, fair und lebendig - die Macht der Commons"
Silke Helfrich und div. lokale Commons-Initiativen
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